Risikomanagement in der Informationssicherheit (RIS)
6/7. Semester
5 ECTS | 4 SWS
Continuous Assessment (CA)
Bei Informationssicherheit geht es immer um Risiken - man muss sie identifizieren, bewerten, behandeln und mitigieren, um die Sicherheit im Unternehmen steuern zu können. Es kommt also ganz schön auf die dabei verwendeten Vorgehensmodelle an - diese lernst Du in diesem Modul kennen.
Inhalte
- Risikobegriff: was ist Risiko? Sichtweisen aus Versicherung, Finanzen, Engineering und IT-Sicherheit
- Grunddimensionen des Risikos: Asset, Bedrohung, Schwachstelle, Auswirkung, Eintrittswahrscheinlichkeit
- Risiko-Frameworks im Überblick: ISO 31000, ISO/IEC 27005, NIST SP 800-30/-37/-39, COSO ERM, FAIR, OCTAVE
- Qualitative Bewertungsverfahren: Risk-Matrix, Heat Maps, Delphi, strukturierte Schätzverfahren
- Quantitative Bewertungsverfahren: ALE/SLE, Monte-Carlo-Simulation, FAIR-Quantifizierung, Umgang mit Unsicherheit
- Bedrohungsmodellierung: STRIDE, PASTA, Attack Trees
- Asset-Management und Schutzbedarfsfeststellung
- Risikoidentifikation und -analyse in der Praxis
- Risikobewertung und Priorisierung
- Risikobehandlung: Vermeiden, Reduzieren, Übertragen, Akzeptieren – Auswahl und Begründung
- Risikokommunikation, Stakeholder-Management und Reporting
- Risikoüberwachung und Key Risk Indicators (KRIs)
- Cyber-Risiken in der Praxis: Fallbeispiele, Patterns, Lessons Learned
Lernziele/Kompetenzen
Die Studierenden sind in der Lage,
- den Risikobegriff aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven sicher zu erläutern;
- die wichtigsten Risiko-Frameworks (insb. ISO 31000, ISO/IEC 27005, NIST RMF, FAIR) einzuordnen und ihre Stärken und Grenzen zu vergleichen;
- qualitative und quantitative Risikobewertungsmethoden situationsgerecht auszuwählen und anzuwenden;
- Bedrohungsmodelle für IT-Systeme zu erstellen;
- Risiken zu identifizieren, zu bewerten und konsensfähige Empfehlungen abzuleiten;
- Annahmen und Unsicherheiten transparent zu machen und ihre Grenzen zu kommunizieren;
- Risiko-Ergebnisse vor einem heterogenen Stakeholder-Publikum verständlich zu präsentieren;
- Risikobehandlungsstrategien fundiert auszuwählen und gegenüber Stakeholdern zu begründen;
- mit kritischen Rückfragen umzugehen und ihre Bewertung anzupassen, wenn neue Evidenz auftritt,
- ein vollständiges Risk-Assessment für ein gegebenes Fallszenario eigenständig durchzuführen.
Literatur
- J. Freund and J. Jones, Measuring and Managing Information Risk: A FAIR Approach. Oxford, U.K.: Butterworth-Heinemann, 2014, ISBN: 978-0-12-420231-3.
- D. W. Hubbard and R. Seiersen, How to Measure Anything in Cybersecurity Risk, 2nd ed. Hoboken, NJ, USA: John Wiley & Sons, 2023, ISBN: 978-1-119-89230-4, doi: 10.1002/9781119892335.
- F. Romeike, Risikomanagement. Wiesbaden, Germany: Springer Gabler, 2018, ISBN: 978-3-658-13951-3, doi: 10.1007/978-3-658-13952-0.
Dozentinnen / Dozenten
Empfohlene Vorkenntnisse
-
Grundlagen der IT-Sicherheit sowie ein Verständnis grundlegender betrieblicher Zusammenhänge sind hilfreich.
Daten zum Modul
| Semester |
6/7 |
| Unterrichtssprache |
Deutsch |
|
Häufigkeit
|
Wintersemester
|
| Kreditpunkte (CP)
|
5 |
| Modulverantwortlich |
Prof. Dr. Sachar Paulus |
| Dauer |
1 Semester |
|
Studienleistung
|
Keine |
|
Prüfungsvorleistung
|
Keine |
|
Prüfungsleistung
|
Continuous Assessment (CA) |
Semesterwochenstunden (SWS)
| Vorlesung |
1 SWS |
| Übung |
2 SWS |
| Projekt |
1 SWS |
| Summe |
4 SWS |
Arbeitsaufwand (Workload)
| Vorlesung |
15 h |
| Selbststudium |
45 h |
| Aufgaben |
60 h |
| Projekt |
30 h |
| Summe |
150 h |